• Eine kleine Umfrage – 7 Fragen für Sebastian Burger

    Ihr Lieben: seit 1996 bin ich mit dem Rad im Zelt- und „Abenteuer-Modus“ unterwegs. Seit 2001 habe ich über 80 Menschen auf meinen vier, mehrmonatigen Tandem-Projekten dabei gehabt. Mir ist aufgefallen, dass einige Teilnehmer während der Touren das Radfahren für sich entdeckt haben und es fortan im Alltag oder auf eigenen Reisen nutzen. Das ist klasse, freut mich und die Natur und ich frage mich, ob ich daraus nicht noch eine Dienstleistung erarbeiten kann. Dazu dieser Fragebogen. Die Befragung wendet sich ausschließlich an Menschen, die gerne mit Rad und Zelt unterwegs wären, egal ob alleine oder in der Gruppe – dies aber auf Grund irgendwelcher Faktoren bisher nicht geschafft haben.

    Klicken Sie hier für die Umfrage (Vielen Dank für Deine Mithilfe)

  • komm! Magazin für junge Christen

    Juliane hatte in der Februar-Ausgabe eine knackige Zusammenfassung ihrer Teilnahme in der “komm!”:

    Ihr Text als Worddokument 4 Monate LEBEN extrem

  • Aktiv Radfahren (April-Ausgabe 2010)

    Erste Doppelseite

  • Das Zeichen (April-Ausgabe)

    Ellen Weidlich hat im Zusammenhang mit dem renommierten Fachblatt “Das Zeichen” einen 14 seitigen Artikel über das Projekt aus ihrer Sicht als Gebärdensprach-Studentin geschrieben. Mit 13 Bildern in der aktuellen Zeichen

    14 Seiten Artikel mit Texten von Ellen Weidlich und Fotos von Sebastian Burger

    Erste Doppelseite

  • Gebärdensprache lernen

    Übersicht über Gebärdensprachkurse deutschlandweit:

    http://www.gehoerlosen-bund.de/gebaerdensprache/gebaerdensprach_angebote.htm

    Übersicht über Gebärdensprachschulen deutschlandweit:
    http://www.taubenschlag.de/DGSSchulen

    Visuelles Denken – Infos zum Thema und ein digitaler Gebärdensprach-Schnupperkurs:
    http://www.visuelles-denken.de/Schnupperkurs.html

    Continue reading →

  • Kiste mit Rädern unterwegs

    Satte 1000 Dollar und ein Büschel grauer Haar, um dieses Kistchen nach Hamburg zu schicken und etwa 10 nerven-aufreibende Tage. Ein Albtraum aus Pressspan und Echtholz. Ein Stempel für jeden S****. Fürs Holz, dass es auch keine Bakterien exportiert, für meinen Pass, dass er auch echt echt ist, für eine meine Packliste mit Unterschrift vom Notar, dass auch wirklich ich unterschrieben habe, etc. pp.

    Last Picture Update

  • Old but gold: Buten & Binnen Beitrag vom Juli 2009

    Habe die DVD vom Bremer Sender jetzt erst nach meiner Wiederkehr im Stapel meiner Post gefunden.

  • Weser-Report 14. März 2010, Seite 3

  • Toller Nachrichtenbeitrag aus Ecuador

  • Helfen

    Obwohl ich meine Kritik an zu viel passiv machender Hilfe von aussen schon ernst meine: Der Verein “El Cielo para los Niños” verteilt medizinische Geräte wie Brillen und Hörgeräte an Kinder. Zwar muss man die Erwachsenen in Ecuador durchaus erziehen, dass nicht alles vom Himmel fällt, aber es sollte nicht auf Kosten der Kinder gehen. Man weiß, dass Kindern nur bis zum 7. Lebensjahr per Hörgerät zum Sprechen verholfen werden kann. Danach ist beim “Limbischen System” Schicht im Schaft, So der Bochumer Experte Reinhold Bagus, der uns gemäß seines Claim “Sprache hörbar machen”, zwei general-überholte Hörgerate mit auf den Weg nach Bolivien gab.

    Wie Sie in Ecuador und Puerto Rico helfen können:

    Ich habe hier einen Verein kennen gelernt, der sämtliche medizinischen Hilfsgüter an Kinder in beiden Ländern weitergeben.  Die Geräte sind nicht nur auf Brillen und Hörgeräte beschränkt, es können auch ausgediente “Gelenk-Bandagen” (Genutrain) oder Halscorsagen in guten Zuständen sein – aber: je größer, desto schwieriger, dass der Artikel auch die Zentrale in Guazaquil/Ecuador erreicht.

    Akut benötigt werden ebenso: bis zu drei office-taugliche PCs. Nur der Rechner selber. Der Rest hängt bereits an den grausam veralteten PCs, mit denen die drei Angestellten hier arbeiten müssen – und kostbare Zeit verlieren. Wer also nach Guayaquil fliegt, um weiter nach Galapagos zu jetten z.B. und denen einen kleinen Tower ab Pentium III vielleicht mitbringen kann – der hilft bereits. Zwecks Koordination bitte mir mailen!

    Wie verschicken ?!

    Die Brillen müssen nicht kratzerfrei und die Hörgeräte nicht überholt sein. Hier weiß man sich zu helfen und die Dinge werden nicht pi mal Daumen verteilt, sondern durch Ärzte, die von Dr. Figueora, der Chefin des Verein, engagiert werden.

    Der Verein bekommt kaum Hilfen, deswegen müsstet Ihr für das Porto auch noch aufkommen, da ich denen schon nebenbei die Website renoviere und hoste, wäre es mir natürlich lieb, wenn Ihr das selber hinbekommen würdet. Bevor Ihr aber ein Hörgerät NICHT verschickt, schickt es mir an meine im Impressum hinterlegte Adresse.

    El Cielo para los Niños en Costa Rica

    Apartado Postal 872-7050

    Cartago

    Costa Rica

    Bei den Ausfuhrpapieren angeben “gebrauchte medizinische Artikel/Spende” und dann sollte es keine Probleme geben.

    Warum der Verein und warum eine Adresse in Costa Rica ?!

    Es gibt sicherlich auch andere Vereine, die Gutes tun hier, keine Ahnung, ich habe nun mal diesen hier kennengelernt (bin hier seit 10 Tagen, um meine Tandems zurück zu schicken und darf hier wohnen und deren Office nutzen) und sehe, wie dieser Familienbetrieb quasi nur für das eine da ist: anderen zu helfen. In diesem Falle Bettelkindern, kranken Kindern, verkrüppelten Kindern. Die Chefin ist halb Amerikanerin, halb Ecuadorianerin und hat einen zweiten Sitz in Costa Rica. Dorthin sei das Schicken Zoll-technisch einfacher.

    Amen, Ende, bei Rückfragen einfach mailen oder anmelden und Kommentar hinterlassen!

    Sebastian

  • Teilnahme Gehörloser in Ecuador unbefriedigend

    Die Attitüde vieler Ecuadorianer, speziell auch gehörloser nennt man in Ecuador selber “Paternanlismus”. Wenig Selbstinitiative, viel Hand-Aufhalten. Ich mache aus meiner etwas verbitterten Erfahrung kein Hehl und schildere einmal meine Erfahrungen:

    der erste Tag im Land, aus Peru kommend startete schlecht aber repräsentativ – der Busfahrer wollte mir die versprochenen 5 Dollar Rückgeld (kein Wechselgeld zu haben ist in Südamerika das normalste der Welt) nicht mehr aushändigen, weil ihm die Räder inzwischen auf einmal doch größer vorkamen, als eben noch am Verkaufsstand. Zwei von drei fliegenden Verkäufern, die bei jeden Halt durch den Bus eilen, um Snacks uns Getränke anzubieten, behielten ebenso mein Rückgeld ein. Beträge, die auf Dauer durchaus schaden und Verhaltensweisen, die mich seelisch-moralisch sofort störten. Ein anderer Fahrgast erklärte mir, dass “die Gringos” seit jeher für jedwedes Gut einen Dollar hinlegen und abwinken “Passt scho”, behalte das Rückgeld, denn Ecuador ist im Vergleich zu den Vereinigten Staaten noch wesentlich günstiger. Ob dies aus Großzügigkeit oder mangelnder Sprachkenntnisse geschieht – oder geschah, sei dahin gestellt. Aber ich denke, dass dieses scheint’s Ecuador-weite Phänomen gepaart mit viel traditioneller Entwicklungshilfe von oben, von „US Aid“ als auch der EU ähnlich wie in einigen afrikanischen Staaten zu einer ganz krassen passiven Haltung geführt haben.

    Nachdem wir die Fahrt Esmeraldas über die “Costa de Sol” nach Guayaquil am fünften Tag abbrechen mussten, weil dem einzigen Gehörlosen die Lüste mitzumachen verlassen haben, sind wir per Bus zum angedachten Ziel dieser letzten Etappe, Guayaquil vorgefahren. Die Dolmetscherin Jacqueline, diesen Problemen gegenüber dank vieler Erfahrungen bereits genügend demütig, verlor nicht den Mut und so nahmen wir noch am selben Abend am Treffen des lokalen Gehörlosentreffens teil. Es fanden sich tatsächlich zwei interessierte Frauen, die einen zuverlässigen Eindruck machten. Wie in Bolivien auch forderte ich eine Art Mini-Beteilung einen zumindest symbolischen Beitrag zur ihrer eigenen Ernährung. Wir haben dargelgt, dass wir in den 5 Tagen zu dritt mit Victor etwa 30 Dollar ausgegeben haben, dass diese Selbstküche also sehr günstig sei. Abgesehen davon, dass, siehe http://www.globetreter.de/?page_id=166 inzwischen die finanzielle Situation des Projektes sehr defizitär ist, finde ich diese Haltung recht unerträglich. Man könne in den eigenen Reihen für die beiden potentiellen Teilnehmerinnen sammeln, bzw. wolle morgen früh an selber Stelle beim Verantwortlichen des Behindertenrates der Stadt um finanzielle Unterstützung bitten. Ich versuchte weiter nachzuhaken, wovon sich die beiden hier sonst so ernähren, denn wenn ihnen die Eltern oder wer auch immer diese Groschen zu steckten, die während ihrer Absenz ja nicht anfallen, dann wäre das Thema ja schon erledigt. Irgendwie, aber das konnte mir Jacqueline nicht begreiflich machen, geht das nicht. Antworten werden nicht gegeben, es wird um den heissen Brei herum gebärdet. Am nächsten Morgen treffen wir uns, nach 1,5 h Verspätung ist dann auch die zweite Gehörlose da, der Verantwortliche aber leider nicht. Wir könnten vielleicht die Mütter anrufen meinte die Pünktliche, die Mutter der anderen lehnte dankend ab, und sie selber hatte ihre Meinung innerhalb des vierstündigen Treffens bereis geändert und ignorierte Jaquelines Fragen nach der Telefonnummer der Mutter. Ich habe mich bis auf die Unterhose ausgezogen, um zu erklären, dass Kamera oder dieses Netbook, auf dem ich gerade die Bilder von Victor vorgeführt habe, bereits investierte Werte sind und ich trotzdem meine Eltern um viel Geld anpumpen musste, um das Projekt weiterhin anbieten zu können, damit sie selber, die Gehörlosen die Möglichkeit bekommen, sich für sich und die Gehörlosen in Zukunft einzusetzen. Die Lage für Gehörlose im Land ist im Vgl. zu in Bolivien, wo das Pro-Kopf-Einkommen weniger als halb so viel ist, in vieler Hinsicht sehr viel schlechter, ob dies die Verfügbarkeit von Dolmetschern oder die Akzeptanz seitens der hörenden Mitmenschen anbetrifft: “Psychopaten!” und “Mit Verrückten rede ich nicht” habe ich mit eigenen Ohren gehört, Anfeindungen seitens hörender Ignoranten, wie ich sie weder in Brasilien noch in Bolivien je auch nur ansatzweise mitbekommen habe. Vieel zu tun also.
    Dieselbe Gehörlose beschreibt mich kurz drauf später dazu gestoßenen Gehörlosen als der reiche Deutsche, der mit dem Flieger angereist ist, und….” Jacqueline unterbricht ihr Gebärden.
    Während dieser “Sitzung” die mich einige graue Haare gekostet hat, haben die erwähnten Personen teurer Wasser in PET Flaschen und sogar Zeitungen gekauft. Geld für persönliche Bedürfnisse scheint also doch da zu sein. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie der Meinung sind, dass eher ich das Projekt-Notebook verkaufen sollte, als dass sie auch nur einen Cent zur Verfügung stellen. Viele graue Haare. Jacqueline gibt mir zu verstehen, dass ich die Situation im Lande, diesen “Paternalismus” vorher in Erfahrung hätte bringen sollen und dass ich jetzt entweder ja oder nein sagen solle. Sie sei das leider schon gewohnt und könne auch mit einen Projektabbruch leben, da sie selber diese Attitüde auch nicht wohl heißt.
    Da ich keine Alternative sah, und bis zu meinem Abflug einfach schon alles auf diese Zeit getimed war, lasse ich also ja ausrichten.
    Morgen um acht Uhr, verabreden wir einstimmig, sie sollen pünktlich kommen, die Zeitung würde vorbeikommen um ein Abschiedsbild zu schießen, nachdem die Journalistin bereits, und das haben beide mitbekommen, mehr als 5 h in uns investiert hatte, Interviews mit allen geführt hatte, geduldig neben den Gebärden harrte.
    Am nächsten Morgen warten wir 1,5 stunden am CBM Projekt, dem wohlbekannten und verabredeten Ort und niemand kommt. Auf die sms hin, lässt die eine zumindest ausrichten, dass sie nicht mehr komme, und die andere antwortet gar nicht. Den Fotografen lassen wir ein Bild mit uns vor zwei leeren Tandems schießen, die Klamotten, die wir zur Verteilung ausgebreitet hatten wieder einpackend. Sie sollen das ruhig so schreiben, die Szene braucht einen Stoß vor den Kopf, mit dieser passiven Erwartungshaltung werden sie nicht viel für die Gehörlosengemeinschaft erreichen. Das Projekt ist heute morgen gestorben.
    Wie der Name schon sagt, beinhaltet der Projektname bereits einen Aufruf zur aktiven Beteiligung. In einem Land wie Ecuador, wo wie am Anfang ausgeführt keine Kultur zur aktiven Beteiligung mehr herrscht, ist ein Vamonos en Senas Projekt nicht durchführbar.
    Einen Kompromiss haben Jacqueline und ich nun vor, um die Zeit irgendwie zu füllen: wir lassen das zweite Rad auch noch in Guayaquil und werden niemandem mehr das Mitradeln ermöglichen, wohl aber Gehörlose auf dem Land aufsuchen, uns mit Ihnen treffen und versuchen mit Ihnen in den Ortschaften Minikurse zum Fingeralphabet wie hier zu sehen ist, anzubieten.

    Erfolgreicher Spontankurs des Fingeralphabetes durch den gehörlosen Victor (re.) und die Dolmetscherin Jacqueline (li.)

    Erfolgreicher Spontankurs des Fingeralphabetes durch den gehörlosen Victor (re.) und die Dolmetscherin Jacqueline (li.)

    Ebenfalls von Nöten ist: sich mit den wenigen Gehörlosen vor Ort zu treffen, und sie zu motivieren die LSE, also die ecuadorianische Gebärdensprache zu lernen, da sie sich mit ihren Hausgebärden selber einschränken. Die Verfügbarkeit von Spezialschulen ist im Vgl. zu Bolivien auch sehr sehr viel schlechter. Die Zeugen Jehovas arbeiten dahingehend sehr schlau: sie besuchen die Gehörlosen regional zu hause, bringen Basics in LSE bei, um ihre Bibelauslegungen kommunizieren zu können. Als wir sie in Pedernales besuchten, um zu fragen, wo die lokalen Gehörlosen wohnen, wird uns der Zugriff verweigert, es würde ausschließlich über die Bibel geredet. So sieht es aus. Und so kann es in den nächsten Tagen wieder aussehen, allerdings ohne “echten” und gebildeten, gehörlosen Projektteilnehmer:

    Treffen mit Gehörlosen, Angehörigen und Schaulustigen in der Bürgermeisterei

    Treffen mit Gehörlosen, Angehörigen und Schaulustigen in der Bürgermeisterei

    Links im Bilde abgeschnitten einige Schaulustige, die erst über die vier anwesenden Gebärdenden spotteten, dann aber dank Jacquelines geduldigem Ignorieren letzen Endes doch auch ihre Finger von a bis z mit verformten. Der Gehörlose mit Gummistiefel zeigt auf die Frage nach seinem Alter sechs Mal beide vollen Hände und noch mal fünf Finger. Es fehlt viel. Viele lachen. Victor, der die Reihenfolge des ABC leider auch nicht selbständig beherrscht, bittet eindringlich um mehr Respekt dem Mitgehörlosen gegenüber. Schweigen. In Brasilien haben wir in den 40 Workshops teils wirklich profunde Diskussionen führen können. In Bolivien haben wir ebenfalls 40-mal durchschnittlich 25 Schüler erreicht und unsere ABC-Karten verteilt und uns mit der Politik getroffen. Was wir bisher und in Zukunft in Ecuador machen können liegt im selben Verhältnis unter dem bisher erreichten, wie die Situation der Gehörlosen selber schlechter ist. Relativ gesehen, waren diese beiden Treffen oben in San Jose de Chamanga an Ecuadors Küste also das Beste, was wir haben geben und erreichen können.
    Wünscht uns mehr Erfolg für die kommenden Tage, wären diese Erfahrungen hier für meine hoffentlich Zukunft als Campaigner nicht so nachhaltig, wäre ich wahrscheinlich sehr sehr traurig. In diesem Falle, liegt es nicht in meiner Macht, die Grundhaltung der Menschen zu verändern und kann nur hoffen, dass Länder wie USA und Deutschland, die sich an der sog. “Entwicklungshilfe” beteiligen möglichst bald anders arbeiten. Im www.asa-programm.de haben wir bereits gelernt, dass es eine neue Richtung gibt, die weniger Brunnen-bohrend als eher aufklärend unterwegs ist, mehr Hilfe zur Selbsthilfe als verordnete Passivität. Mehr Lenkung des Kaufverhaltens in den reichen Ländern durch Aufklärung, siehe die Fair Trade Bewegung, die das Mehr an investiertem Geld seitens des deutschen Verbrauchers in die Produzenten weitergibt. Auf dass ecuadorianische Kakao- oder Kaffebauern ein adäquateres Gehalt bekommen und gar nicht mehr auf Gelder aus der Entwicklungshilfe angewiesen sind. Darin sehe ich persönlich viel mehr Zukunft und möchte gerne in Zukunft ein Projekt in Südamerika zum Thema FairTrade wuppen.

    Sebastian

  • Diario “El Mercurio” (Cuenca, 22. Feb. 2010) Diario "El Mercurio" (Cuenca, 22. Feb. 2010)
  • El Telegrafo (Diario nacional Ecuador) 03/11/2010

    Online-Version

    El Telegrafo (Diario national Ecuador) 03/11/2010

  • On the road again

    Nach längerer Auszeit nun in neue, ecuadorianischer Besatzung!
    Morgen starten wir von Esmeraldas nach Guayaquil (etwa 400 km, ungefähr 2 Wochen) – entlang der Küste, da der Rest des Landes zu verregnet bzw. zu steil ist

    Vamonos en Señas Team 2010 - Ecuador

  • Bolivien – die letzte

    Lange lange ist´s her – fast zwei Monate liegen zwischen dem letztem und diesem Update. Die Knochen werden müde und die Erstellung der Bildunterschriften in fünf Sprachen ist die Pest. Aber nun gibt´s ja Neues!

    Vamonos project picture

  • Abschlussbericht Bolivien von Jule und Ellen!

    Das war ‘s dann wohl…

    Etappe Zwei ist zu Ende und grundsätzlich kann man sagen, die eindeutig schwierigere Etappe liegt hinter uns.

    Zunächst aber ein paar Zeilen zu den vergangenen vier Wochen: Nachdem wir schon fast die Hoffnung aufgegeben hatten, tatsächlich noch mal bolivianische Mitfahrer zu finden, haben sich doch noch zwei kühne Radler aus Sucre gefunden, die mit uns die Strecke Potosi-Uyuni fahren wollten.

    Reynaldo und Nikolas nahmen allerdings an, dass wir fast so schnell wie der Bus seien (der ungefähr sechs Stunden braucht) und dachten wohl, wir seien spätestens einen Tag später in Uyuni.

    Ungläubige Blicke, als wir ihnen eine geschätzte Fahrtdauer von 6 Tagen gebärdeten. Tja, nun kamen sie aber nicht mehr raus aus der Nummer und fröhlich ging es bergauf und bergab auf steiniger Strasse durchs Altiplano, vorbei an Häusern, denen unverkennbar die nahenden Wahlen anzusehen waren. Viele der überwiegend aus Lehmziegeln gebauten Hütten waren blau-weiss angemalt und trugen die Schriftzüge der M.A.S., der Partei von Evo Morales, dem derzeitigen Präsidenten Boliviens. Die Landbevölkerung Boliviens steht scheinbar hinter seinem Präsidenten (der die Wahl am 6. Dezember übrigens gewonnen hat). Die Wahl behinderte unser Projekt übrigens dahingehend, als dass jeder Bolivianer, der nicht wählen geht, für drei Monate keine Transaktionen an seinem Bankschalter tätigen kann (wirklich, das erklärt natürlich die hohe Wahlbeteiligung von 94%). Außerdem wurde für zwei Tage der Verkehr in Bolivien lahmgelegt, Busse hatten Fahrverbot, damit auch alle schön zu Hause bleiben. Das hieß für uns: rund um dieses Datum hatten wir mal wieder keine Mitfahrer.

    Naja, dass Bolivien ein leicht schräges Land ist, wussten wir ja bereits.

    Aber wir sind nicht die einzigen, die dieses Land dennoch fasziniert.

    Eines Abends, nach einem Tag, der uns wiedermal an unsere Grenzen brachte (der steinige Weg schlängelte sich konstant in die Höhe), trafen wir kurz nach dem Gipfel einen Kanadier, der uns mit einigen nützlichen Infos bzgl. der letzten 100 km versorgte.

    In der Dämmerung kamen wir nach einer tollen Abfahrt in Ticatica an, einem kleinen Dorf, in dem wir überraschender Weise auf ein gehörloses Mädchen trafen.

    Unsere kontaktfreudigen bolivianischen Mitfahrer waren sichtlich angetan und versuchten mit ihr zu kommunizieren. Da erlebten wir erstmalig, wovon uns bereits einige Gehörlose erzählt hatten. Gehörlose Kinder, die in kleinen Dörfern aufwachsen und aus welchen Gründen auch immer keine Schule besuchen. Sie können sich kaum mit ihrer Umwelt, sei sie gehörlos oder hörend, verständigen. Ein echter Schock!

    Nach weiteren regenfreien Tagen auf dem Rad holte uns das schlechte Wetter (immerhin ist momentan ja auch Regenzeit!) 20 km vor Uyuni mit Blitzen, Hagel und Sintflutregen ein… Seba, unser Blitzexperte, ordnete in gewohnt fachmännischer Art und Weise an: “Schnell weg von den Rädern, dort in die Kuhle, hinhocken und Entfernung sowie Anzahl der Blitze ermitteln!”
    Eine halbe Stunde später machten wir uns mit eingeschlafenen Beinen und durchnässten Schuhen wieder aufs Rad, um unserem langersehnten Ziel entgegen zu jagen.
    In Uyuni angekommen, erwartete uns Sonnenschein und ein Heer von Touris (wir zählen uns mal nicht dazu,ne?).

    Nach einer erholsamen Nacht in einem Zimmer ohne Fenster (das bedeutet nicht nur Dunkelheit, sondern auch Gestank!) freuten wir uns am nächsten Morgen über ein Wiedersehen mit Hugo, der die beiden Jungs für die nächsten Tage, bis zur bereits erwähnten Wahl, ersetzte.

    Nun hieß es also tatsächlich mal plan (Claudia machte Freudensprünge), denn wir fuhren über den Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Welt. Nach einem Tag und teilweiser Überquerung des Sees hielten wir am nächsten Morgen gleich einen Workshop in einer Dorfschule, bestehend aus ca. 7 Kindern. Durch versandete Wege, an den Berghängen machten wir uns auf nach Colcha K, wo der zweite Workshop mit einer aufgeweckte Schülergruppe auf uns wartete. Aufgrund der immer wieder beklagten Wahlen mussten wir am nächsten Tag mal wieder in den Bus, zurück nach Uyuni, um mit Hugo noch möglichst viele Workshops mit Schülern und Lehrern in Uyuni abzuhalten.

    Schließlich mussten wir uns dann doch viel zu schnell wieder von Hugo, meinem (Julianes) persönlichen Lieblingsalpaka verabschieden.

    Dafür hatten wir das Vergnügen, für die darauffolgenden Tage Sebastian, Claudias Freund, als Mitfahrer zu gewinnen.

    Und ein zweites Mal ging’s bei üblem Gegenwind über den Salar, mit 2 Übernachtungen auf mit Riesenkakteen bewachsenen Inseln, und an Tag 3 wieder ans Festland, ins Dörflein Tahua, dass mit einem übermächtigen Vulkan einige Kilometer entfernt, einen grandiosen Anblick bot.
    Dem Reiz, den Blick von oben zu geniessen, konnte sich Seba natürlich nicht entgehen lassen, weshalb er am nächsten Morgen 5Uhr mit einem kaputten Schuh losstiefelte, während wir einen entspannten Tag im Dorf verbrachten.

    Aufgrund von Sturm und nächtlichen Regengüssen erwachten wir am nächsten Morgen und wurden von einem eingeschneiten (!!) Vulkan sowie einer dicken Wasserschicht auf dem Salar überrascht.
    Der Rückweg per bike hatte sich damit erledigt. Doch glücklicher Weise (wie hatten einiges Glück an diesem Tag!) erklärte sich eine halbe Stunde später ein leerer Lastwagen bereit, uns mit nach Uyuni zu nehmen, von wo aus wir unerwarteter Weise direkt einen Anschlussbus nach Potosi fanden.
    Nun hieß es Abschied nehmen von dem Pärchen, und nach einer nervenaufreibenden Räder-auf-dem-Busdach-befestigen-Aktion sassen wir im Bus, der unsere vor 2 Wochen gefahrene Strecke zurückfuhr. Dies sorgte nicht nur für ein Schwelgen in Erinnerungen,sondern bot Seba auch die Möglichkeit, verloren gegangene Dinge wieder zu beschaffen; eine Machete, eine Zahnbürste und eine fast volle Ajona (sehr wertvoll!).

    Nun sind wir also wieder in Potosi.
    Ellen versucht seit Tagen erfolglos ihren Flug zu bestätigen, Seba sitzt am Rechner, recherchiert Tag und Nacht und Jule plant ihre nächsten Reisemonate. Nebenbei putzen, ordnen und organisieren wir die letzten Dinge, bevor in La Paz Etappe 2 tatsächlich endet.

    Ellen und ich sind uns einig, dass die letzten 4 Monate die wohl intensivste Zeit unseres Lebens war, mit so vielen eng aufeinanderfolgenden Hochs und Tiefs, Grenzerfahrungen und Herausforderungen durch die Landschaft und das Team.

    Hart, aber auf jeden Fall lohnenswert!

  • Bergstraesser Anzeiger (22. Nov. 2009)
    Bergstraesser Anzeiger (22. Nov. 2009)

    Bergstraesser Anzeiger (22. Nov. 2009)

  • Vamonos Project Foto

    Vamonos project picture

  • Dritte DGS-Nachrichten aus Bolivien

  • Vierter Bericht von Ellen und Jule

    Meldung aus Mangolandia

    „Mas cerca“, ganz in der Nähe… Diese und ähnlich (in den seltensten Fällen zutreffende) differenzierte Aussagen zu Entfernung und Lage unserer Zielorte bereicherten unsere letzten 10 Tourtage ungemein.

    Nach ungeplant langem Aufenthalt in La Paz konnte Etappe 2 mit Claudia und Massi im Team an einem regnerischen Sonntag starten. Mit dabei auch Hugo, ein bolivianischer Gehörloser, den wir für 5 Tage gewinnen konnten.
    Bei Sauwetter und dünner Luft (wir fahren immerhin auf über 3500m Höhe auf schwer bepackten Tandems!) ging es in den ersten 2 Tagen steil bergauf, um schließlich auf dem „La Cumbre“, dem Pass auf 4725m, seinen Höhepunkt zu finden. Dabei erreichten nur 4 der 6 Verrückten den Pass per Rad. Massi musste wegen Knieproblemen nach Tag eins pausieren und Julianes Kreislauf machte 5 km vor dem Ziel endgültig schlapp. Saukalt war es da oben, aber wenn man oben auf dem Pass steht und die Wolken von unten aufsteigen sieht, ist die ganze Anstrengung tatsächlich innerhalb weniger Sekunden vergessen. Und dann ging es runter runter runter! Mit knapp 50km/h schossen wir an wolkenverhangenen Berggipfeln, einsamen Schafherden und ungläubigen Bolivianern vorbei.
    Einen Tag später rief uns dann die berühmt berüchtigte „El Camino de la muerta“, die Todesstrecke. Auf der knapp 3 Meter breiten Straße immer am Abgrund entlang, vorbei an Wasserfällen, verlassenen Hütten und exotischer Fauna. Aber statt Massi entspannt im Tal wieder einzusacken ging es am Abend unerwartet noch mal 6 km steil auf kaum befahrbarem Pflasterweg in die Höhe nach Coroico. Da Massis Knieprobleme ernsterer Art zu sein scheinen, und auch Hugos Zeit langsam auslief, verbrachten wir einen workshopreichen Tag in der Stadt, gönnten uns zum Abendessen Käs´spätzle in einem deutschen Restaurant und radelten am nächsten Tag nur noch zu viert weiter.

    Haben wir in Brasilien überwiegend Steigungen an den Berghängen erklommen, so ist Bolivien um einiges kompromissloser- es gibt nur einen Weg, und zwar ÜBER die Berge.
    Dafür entdeckten wir abgelegene Bergdörfchen, der morgendliche Nebel verwandelte Landschaften oft in Märchenwälder und die Abenddämmerung hauchte knorrigen Bäumen menschliche Züge ein.
    Wir hatten auf unserer Strecke oft Glück und erreichten gegen Abend einen Fluss zum Campieren. Das bedeutete einerseits ein erfrischendes abendliches Bad im Whirlpool, andererseits aber auch die Bekanntschaft mit der sogenannten „Arschlochfliege“- sie erinnert stark an eine Obstfliege, beißt jedoch zu und hinterlässt ein blutige Stelle, die anschwillt, juckt und noch Wochen sichtbar bleibt. Trotzdem verbrachten wir gemütliche Abende am Lagerfeuer und lernten Hare Krishna-Anhänger und ihre leckere Küche kennen und schätzen.

    Das Spannende an den Wegen über den Berg ist außerdem die Vorfreude auf das Unbekannte dahinter.
    Da kann es nämlich passieren, dass man plötzlich in Mangolandia landet, einem lang ausgedehnten tropischen Tal, in dem Mangos, Zitronen und Orangen reifen. Guten Appetit!
    Beim täglichen Wasserfiltern lernten wir gastfreundliche Familien kennen, die uns mit selbstangebauten Limonen, Orangen, Mandarinen beschenkten.
    An dem Feiertag Todos Santos (Allerheiligen), an welchem hier traditionell Altäre mit bunten Popcornketten und Hefeteigfiguren geschmückt werden, wurden wir (ebenfalls segensreicher Teil der Tradition) unerwartet mit reichlich Brot versorgt. Dafür wurde den Rest der Woche nirgends mehr frisch gebacken, sodass es irgendwann nur noch enorm trockene Fladen gab, gegen die auch der größte Speichelfluss nicht mehr ankam. Was macht man da? Arme Ritter! Lecker.

    Gut gestärkt ging es dann aus den Tälern wieder in die Berge. Aufgrund unserer steigenden Kondition war erstmals nicht mehr das WIE die Herausforderung, sondern das WOHIN. Kartenangaben, die Aussagen der Bolivianer und unsere gefahrenen Kilometer differierten irgendwann so stark, dass wir einfach immer auf der am stärksten befahrenen Straße blieben (was bedeutet, dass uns täglich nicht nur ein, sondern vielleicht sogar vier bis fünf Autos überholten).
    Licoma, unser Atlantis, wurde zu einer sagenumwogenen Stadt, die auf der Karte vom vorherigen Ort in nur 40km Entfernung angegeben war. Laut den Aussagen der Einheimischen waren es nach gefahrenen 50 km noch acht Stunden, irgendwas um die 70km aber fast schon ganz nahe hinter dem nächsten Berg. Statt des erwarteten Glanzes der Stadt (Glanz=Internet) erwartete uns nach einer nächtlichen Fahrt vorbei an Eukalyptusbäumen ein kleines Dörfchen, in welchem kalte Pommes Frites verkauft wurden und Kinder, die uns mit Dreck bewarfen. Großartig.

    Von Licoma aus ging es dann ca. 10km aufwärts und dann sei alles flach (so sagen sie, die Bolivianer) bis nach Sacambaya. Kein Problem also. Nach einer gemütlichen Fahrt auf einem LKW bis zum Gipfel ging es die folgenden 54km des Tages stetig mäßig bergauf, bergab. Alles, nur nicht flach. Schließlich erreichten wir wiedermal nach der Abenddämmerung den Fluss, an dem Sacambaya laut Skizze liegen sollte. Wir schlugen unsere Zelte auf, genossen eine leckere Kohlsuppe und erwarteten, den nächsten Tag ganz locker in der Stadt einen LKW in Richtung Independenica zu erwischen (denn in Sacambaya gibt es Busse, die dorthin fahren!). Bei Tageslicht stellte sich jedoch heraus, dass es diese Stadt gar nicht gibt. Nach dem Schieben der Räder durch das 500m breite, teilweise ausgedörrte Flussbett (die Brücke wird momentan noch gebaut! Aha.) stellten wir beim Fragen im einzig sichtbaren Haus fest, dass dieses Gebiet Sacambaya genannt wird und außer diesem Baulager (die Brücke soll ja auch irgendwann mal fertig werden!) in den nächsten 25km kein Dorf existiert. Hinzu kommt erschwerend, dass der Fluss leider umgeben ist von hohen, steil ansteigenden Bergen.
    Aus Zeitnot erklimmen Ellen und Sebastian momentan die nächtlichen km wieder bergauf ins letzte Dorf um einen Pick Up zu organisieren, der uns wahrscheinlich das halbe Monatsgehalt eines Bolivianers kosten wird. Derweil machen es sich Claudia und Juliane unter einem provisorischen Sonnenschutz aus den Schlafsack- Inlets im Flussbett für einige Stunden gemütlich.
    Das Abenteuer geht weiter!